Ein vielversprechendes Anwendungsgebiet im Rahmen der Blockchain sind sogenannte Smart Contracts. Was sich dahinter verbirgt, erfahren Sie im zweiten Teil unserer Serie zur Blockchain.
Was sind Smart Contracts?
Ein Smart Contract ist im Grunde ein Computerprogramm in einer Blockchain, welches durch Wenn-Dann-Anweisungen bestimmte Parameter abfragt, die für die Ausführung einer Transaktion erforderlich sind. Alle Beteiligten müssen sich einig sein, welche und wie viele Parameter benötigt werden. Diese Prozedur muss nur einmal definiert werden und wird dann auch für folgende Transaktionen genutzt.
Eine einfache Form eines Smart Contracts – allerdings ohne Blockchain – kennen wir alle seit vielen Jahrzehnten: Ein Getränkeautomat. Die Bereitstellung der zu zahlenden Summe reicht aus, um den Kaufvertrag für ein Getränk mit sofortiger Lieferung abzuschließen. Smart Contracts können für die Zulassung von Fahrzeugen, die automatisierte Auszahlung von Versicherungssummen, Eigentumsübergänge oder den Handel mit Kryptowährungen und NFTs zum Einsatz kommen.
Vorteile gegenüber herkömmlichen Verträgen
Da bei einem Smart Contract alles automatisiert abläuft, entstehen keine Übertragungsfehler. Zudem geht die Vertragsabwicklung deutlich schneller: Sind alle nötigen Daten vorhanden und korrekt, wird die Transaktion ausgeführt und in der Blockchain abgelegt. Da alle Informationen einsehbar und überprüfbar sind, kann niemand die Daten zu seinem Vorteil manipulieren.
Als weiterer Vorteil sind bei Smart Contracts keine Vermittler wie Banken, Notare und Zwischenhändler erforderlich, was die Komplexität und die Kosten der Transaktionen massiv reduziert.
Nachteile gegenüber herkömmlichen Verträgen
Bei Fehlern in Smart Contracts ist es kaum möglich, diese zu aktualisieren, da dadurch die gesamte Integrität der bisher über diesen Smart Contract ausgeführten Transaktionen verloren ginge. Auch die juristische Verantwortlichkeit ist derzeit noch nicht vollständig geklärt: Verliert ein Teilnehmer durch einen Programmierfehler Geld, muss zunächst geklärt werden, wer haftet – da es ja keine zentrale Instanz gibt.
Zudem ist es in Deutschland rechtlich noch nicht vollständig möglich, Verträge nach der Prüfung von Bedingungen automatisch erfüllen zu lassen. Diese Probleme tragen dazu bei, dass Smart Contracts noch nicht flächendeckend akzeptiert sind – werden die Erfolgsgeschichte aber langfristig nicht aufhalten können.